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Großformate Die zeigenössische Kunst im Wiltheim-Sall und im 5. Stock

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Ab dem 12. Juli 2016 werden im Wiltheim-Saal ausgewählte Großformate aus der Sammlung der Abteilung Schöne Künste gezeigt. Im Laufe der Geschichte verspürten Künstler oft das Bedürfnis sich auf großen Flächen auszudrücken.

Die Auswahl vereint zeitgenössische Künstler verschiedener Kunstrichtungen (Nouvelle Figuration, Pop Art, Figuration libre, ...) Bis auf eine Ausnahme liegt allen ein gewisser Größenwahn sowie ein Zurückgreifen auf die Malerei als Ausdrucksmittel zugrunde. Ferner nimmt die figurative Darstellung eine zentrale Rolle in ihrem Schaffen ein.

Die wichtigsten Vertreter der Nouvelle Figuration oder Figuration narrative (Monory, Erró, Télémaque, Fromanger, Fougeron) dominieren die Hängung. Ihre Themen setzen sich auf kritische Art und Weise mit der Realität des Alltagslebens auseinander.

Das Werk Desk (Schreibtisch) des englischen Pop Art-Künstlers Patrick Caulfield ist geprägt von Bildern aus der modernen Welt.

Der amerikanische Künstler Alex Katz, der ebenfalls mit der Pop Art Bewegung in Verbindung gebracht wird, zeigt in seinem Werk Jessica eine zeitlos wirkendende Darstellung einer Frau, deren Komposition und Farbgebung sehr nüchtern wirken. Die Femme fatale im Werk Regards vers l'est, regards vers l'ouest n° 1 (Blicke nach Osten, Blicke nach Westen Nr. 1) des chinesischen Künstlers Feng Zhengjie zeigt uns eine von Andy Warhol und Werbeplakate inspirierte futuristische Popvision.

Die luxemburgischen Künstler sind vertreten durch Jean-Marie Biwer mit Ciel n° 3 (Himmel Nr. 3) und Aline Bouvy die mit You. Gorgeous. (Du. Schönheit.) und Interruption in the Social Contract (Unterbrechung des Sozialvertrags). In ihren strengen und gleichzeitig erotisch wirkenden Werken setzt sie sich auf sehr persönliche Weise mit dem Menschsein auseinander.

Das monumentale Werk Casual Passer-By I met at 4:43 PM, Luxembourg (Passant den ich um 16:43 Uhr traf, Luxemburg) von Braco Dimitrijevic entstand in Luxemburg anlässlich des Europäischen Monats der Photographie 2011. Es hinterfragt historische Darstellungen sowie die von der Fotografie vermittelten Werte.

Zeitgenössische Kunst: neue permanente Ausstellung im 5. Stockwerk

In diesem Raum werden einige der Ankäufe aus dem Bereich der zeitgenössischen Kunst gezeigt, die das MNHA in den letzten dreißig Jahren erworben hat.

Im Treppenaufgang konfrontiert der belgische Surrealist René Magritte (1898-1967) den Besucher mit einer geschlossenen Tür. Mit Hilfe von „banalen" Darstellungen

hinterfragt der Künstler den Realismus in der Malerei. Er versucht den Betrachter zu verunsichern, indem das Bild nicht ein Objekt wiedergibt, sondern vor allem die Gedanken des Künstlers spiegelt. Die Gouache Le modèle vivant (Das lebende Model) von 1952 entstand etwa ein Jahr vor dem gleichnamigen Ölgemälde. Für Magritte ist die Malerei ein Mittel, um eine tiefere Kenntnis der Welt zu erlangen, „aber eine Kenntnis dieser ist untrennbar mit ihrem Geheimnis verbunden".

Das zeitgenössische Werk Peste et choléra (Pest und Cholera) des Künstlerduos Martine Feipel und Jean Bechameil lässt sich von Magrittes Gouache inspirieren.

Auf symbolische Weise zeigt es die Möglichkeit einer Wirklichkeits-Flucht in eine Welt voller dekonstruierter und verdrehter Gegenstände.

Das Gemälde des englischen Künstler Patrick Caulfield (1936-2005), der oft der Pop Art zugerechnet wird, nähert sich stilistisch der Neuen Figuration, deren Kompositionen sich an der modernen Welt orientieren. Das Bild Bend in the road (Wegbiegung) bezieht sich auf La route tournante (Die kurvige Straße) von Paul Cézanne von 1905, reduziert es aber auf drei Farben und schwarze Konturen.

Die zeitgenössische Kunstproduktion Luxemburgs ist auch in der Ausstellung vertreten. Su-Mei Tse, Gewinnerin des goldenen Löwen für die beste nationale Teilnahme an der Biennale in Venedig 2003, ist mit einem Bild aus L'Écho (Das Echo), einem der beiden von der venezianischen Stiftung geehrten Filme, vertreten. Gezeigt wird eine Cellospielerin auf einem Stuhl in einer Wiese, die vor einem Berggipfel spielt.

Die zeitgenössische Fotographie nimmt in der Kunstsammlung einen immer größeren Platz ein. Dies bezeugen hier mehrere neue Ankäufe, die im Zusammenhang mit Ausstellungen zum Europäischen Monat der Fotografie getätigt wurden.